04.10.2026
Röllfeld – Frankonia 3:0 (0:0)
Nach drei Siegen am Stück sollte nun eine echte Reifeprobe auf unsere Frankonia warten. Der TSV Röllfeld gehört zu den spielstärksten Teams der Liga und hat sich fest vorgenommen dieses Jahr den Aufstieg in die Kreisliga zu schaffen. Hierfür haben sie unter anderem auf dem Transfermarkt erneut zugeschlagen und einige Positionen verbessert.
Nichtsdestotrotz wollten wir nicht ohne Zählbares die Heimreise antreten und gingen auch in dieses Spiel mit der Einstellung, drei Punkte holen zu wollen. Und dieses Vorhaben wäre absolut möglich gewesen.
Die Frankonia zeigte dreißig gute Minuten und ließ innerhalb kürzester Zeit Hochkaräter um Hochkaräter aus, bevor Röllfeld überhaupt die erste Chance erspielen konnte. Zunächst war es Volz, der nach einem Eckstoß in Rücklage geriet und den Ball aus aussichtsreicher Position über das Tor beförderte. Kurz darauf spielten wir einen Angriff über die rechte Seite gut aus und Moritz Müller stand, nachdem er im Strafraum seinen Gegenspieler aussteigen ließ, frei vor der Kiste. Leider scheiterte er am Heimtorhüter. Wiederum nur wenige Minuten später war es dann Silvano Calo, der einen Fehler der Röllfelder Hintermannschaft früh erkannte, den Ball eroberte und aus rund 35 Metern allein aufs Tor zulief. Leider war ein Ballkontakt im Dribbling etwas zu unsauber, was ihn in eine schlechte Abschlussposition brachte, und der Torhüter auch in dieser Situation die Oberhand behielt. Den Abschluss des vergebenen Chancenfestivals machte dann Gabriel Berninger, der nach einer mustergültigen Flanke von Kammler den Ball auf dem Präsentierteller zum Einköpfen serviert bekam. Doch auch diese Großchance ließen wir ungenutzt, als Berninger den Ball zu zentral auf das Tor köpfte.
Nach etwas mehr als einer halben Stunde fand die Heimelf dann besser ins Spiel. Nachdem unsere Mannschaft aufgerückt war, konnte Röllfeld den Ball gewinnen und schnell umschalten. Im Eins gegen Eins im Strafraum wusste sich unser Verteidiger nur noch mit einem Foul zu helfen, was zu einem Strafstoß führte. Fälligen Elfmeter setzte Heimverteidiger Pascual nur an den linken Pfosten.
Um eben jenen Pascual sollte es nur wenige Augenblicke später noch einmal hitzig werden. Nach einem Eckstoß für unsere Frankonia kam Pascual im Gerangel zu Fall. Als ein Frankone über ihn hinübersteigen wollte, um nach hinten zu eilen, tritt er am Boden liegend nach oben aus und traf unseren Spieler mit voller Wucht oberhalb des Knies. Leider sah der an diesem Tag überforderte Schiedsrichter die Aktion nicht und konnte sie nicht ahnden. Dass dies nicht die einzige hinterhältige Aktion der Heimelf bleiben sollte, wird im Verlauf noch einmal zur Sprache kommen.
Zunächst ging man mit einem torlosen Unentschieden in die Kabinen, mit dem Gefühl, hier bereits zu viel liegen gelassen zu haben. In der Halbzeitansprache nahmen wir uns vor, weiterhin konsequent zu verteidigen und nach vorne mehr Entschlossenheit zu zeigen.
Allerdings wurde schon nach nur drei gespielten Minuten in Halbzeit zwei, unserem Aufschwung ein Dämpfer verpasst, als Ex-Frankone Kücüközdemir einen langen Ball im Strafraum annahm und zur Führung einschob. Hier fehlte die Kommunikation zwischen zwei schwarz-gelben Verteidigern, die den Heimstürmer ungedeckt stehen ließen.
In der Folge entwickelte sich ein Übergewicht für die Röllfelder, die durch mehr Ballbesitzanteile das Spiel kontrollierten. Wir konnten in der zweiten Halbzeit in der Offensive kaum mehr Akzente setzen und hatten immer wieder angeschlagene Spieler zu beklagen, die dafür sorgten, dass wir durch häufige Umstellungen nicht mehr in unseren Rhythmus fanden.
Die Szene des Tages spielte sich dann allerdings nach etwas mehr als 70 Minuten beim Stand von 1:0 für das Heimteam ab. Heimspieler Pacal Hiller lieferte sich einen kleinen nickligen Zweikampf mit einem unserer Innenverteidiger bei einem Einwurf in der Nähe unseres Strafraums. Als wir den Ball nach vorne schlugen und alle Spieler auf dem Weg nach vorne waren, lief Hiller unserem Innenverteidiger nach und tritt ihm aus dem Nichts in Kung-Fu-Manier in den Rücken. So eine Szene hat auf dem Fußballplatz nichts zu suchen und hätte normal vom Schiedsrichter geahndet werden müssen. Leider ließ der Unparteiische heute den nötigen Überblick vermissen und so sah er auch die zweite glasklare Tätlichkeit nicht. Normalerweise zieht gerade die zweite Aktion eine wochenlange Sperre nach sich.
Kurz nach dieser Aktion sollte dann die Entscheidung folgen. Bei einem Einwurf der Gäste schlief unsere komplette Hintermannschaft und ließ erneut Kücközdemir das Spielgerät im Netz versenken. Als man im Anschluss nochmal alles nach vorne warf, kassierte man noch den dritten Gegentreffer und musste sich dadurch geschlagen geben.
Abschließend ist heute ein zweiteiliges Fazit zu ziehen. Sportlich haben wir es in der ersten halben Stunde versäumt, uns eine komfortable Führung zu erspielen. Nach rund dreißig Minuten übernahm der TSV dann die Spielkontrolle und war spielerisch das bessere Team, weshalb der Sieg nicht unverdient ist, in der Höhe allerdings um 1-2 Tore zu hoch ausfällt.
Aus der Sicht des Fair-Plays im Fußball haben sich einige Spieler des Heimteams von ihrer schlechtesten Seite gezeigt. Die zwei Tätlichkeiten waren die Spitze des Eisbergs und wir waren nach dem Spiel noch immer fassungslos, wie ein solches Verhalten, wie es in der zweiten Tätlichkeit gezeigt wurde, in einer Mannschaft geduldet werden kann. Wie das Spiel verlaufen wäre, wenn der Spielmacher der Heimmannschaft nach etwas mehr als einer halben Stunde vom Platz fliegt oder beim Stand von 1:0, mit noch 15 Minuten auf der Uhr, der zweite Röllfelder unter die Dusche geschickt wird, lässt sich nur mutmaßen.
Für die Frankonia geht es nun darum, die Wunden zu lecken, spielerisch eine Schippe drauf zu packen und die Unzufriedenheit im nächsten Spiel gegen Altenbuch wieder auszugleichen. Denn dann erwarten wir den nächsten Kontrahenten, der näher an der Spitzengruppe der Tabelle steht. Hier wollen wir es im Heimspiel auf der Höhe deutlich besser machen.
Torfolge:
1:0 Enes Kücközdemir (48. Minute), 2:0 Enes Kücüközdemir (77. Minute), 3:0 Ajdin Mujkanovic (89. Minute)
Bes. Vorkommnis: Andre Pascual verschießt Foulelfmeter (31. Minute)
Aufstellung:
Tim Gundermann – Jan-Niklas Kammler ©, Lucas Brendler, Kevin Volz, Nickolas Weis – Silvano Calo, Simon Franke, Moritz Müller, Gabriel Berninger, Marius Müller – Phillip Ballmann – Janis Lautenberger, Paul Schallenberger, Sasha Lemberger, Tino Frauenfelder, Julian Kabey.

